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Viel mehr als nur „unter die Erde bringen“ – was Bestatter heute alles leisten

Die Pyramiden sind die vielleicht eindrucksvollsten Zeichen einer Bestattungskultur. Heute sind nicht nur monumentale Mausoleen aus der Mode gekommen. Auch das Bild des Bestatters hat sich komplett gewandelt: Während früher der Priester vor allem den Toten den Weg ins Jenseits ebnen sollte, sind Bestatter heute Begleiter, die den Hinterbliebenen den Abschied erleichtern. Einen kurzen Einblick in die moderne Sicht auf den Bestatterberuf geben wir Ihnen hier.

Der Wunscherfüller

Der moderne Bestatter bietet nicht weniger als eine Rundum-Versorgung für die Verstorbenen und die Lebenden an. In der heutigen Zeit, in der die Menschen von einem Event zum nächsten eilen, wird häufig auch die Beisetzung als solches betrachtet. Diese Herangehensweise hat das Berufsbild des Bestatters grundlegend verändert.

Längst ist er nicht mehr nur derjenige, der die Verstorbenen versorgt und sie auf dem Friedhof in die Erde lässt. Moderne Bestatter sind Dienstleister, die sich mit viel Herzblut dafür einsetzen, den Verstorbenen, aber auch den Hinterbliebenen genau das „Event“ zu bieten, das sie sich gewünscht haben. Und wie bei einem Event lässt sich auch die Arbeit des Bestatter in zwei Phasen einteilen:

Phase 1: Die Planung

Wer sich sorgt, sorgt vor: Mit einem umfangreichen Angebot an Maßnahmen zur Bestattungsvorsorge nehmen Bestatter ihren Kunden schon zu Lebzeiten eine große Last von den Schultern. So können sie beruhigt loslassen, wenn der Moment gekommen ist.

Neben allen finanziellen Belangen können damit auch andere Dinge schon im Voraus geplant werden: Welche Musik soll gespielt werden? Gibt es spezielle Wünsche für den Blumenschmuck? Soll die Trauerfeier an einem besonderen Ort stattfinden? Welche Art der Bestattung ist gewünscht? All diese Fragen und noch viele weitere können vorab beantwortet werden, damit die Trauerfeier genauso abläuft, wie man es sich vorstellt.

Phase 2: Die Durchführung

Wenn es dann soweit ist, organisiert der Bestatter in enger Absprache mit den Hinterbliebenen die letzte Feier in genau dem Rahmen, den der Verstorbene oder seine Angehörigen festgelegt haben.

Er kümmert sich um den Verstorbenen, organisiert ggf. die Überführung aus dem Ausland, übernimmt die hygienische und kosmetische Versorgung und macht eine Aufbahrung möglich, meist in den Räumen des Bestattungshauses.

Außerdem übernimmt ein Bestatter die Durchführung der Trauerfeier im vorher festgelegten Umfang. Dazu gehören die Organisation der gewünschten Bestattungsart und die Bereitstellung von Urne oder Sarg, aber auch von:

  • Musik, Floristin und Dekoration
  • Trauerreden
  • Trauerdrucksachen
  • Formalitäten und Behördengängen

Von passender Musik bis zum Blumenschmuck, von besonderen Bestattungsarten bis hin zu einzigartigen Ritualen machen Bestatter heute so ziemlich alles möglich, was vorstellbar ist.

Der Seelsorger

Neben diesen Aufgabengebieten gibt es eines, das mindestens ebenso wichtig ist: das Da-sein. Was im kirchlichen Kontext oft als Seelsorge bezeichnet wird, ist genau das, was auch ein Bestatter leistet – er sorgt für die Seele der Hinterbliebenen, und das auf vielfältige Weise. Auf der ganz praktischen Ebene nimmt er den Trauernden all die Aufgaben, Besorgungen und Formalitäten ab, die mit einem Todesfall einhergehen und für die sie in dieser Zeit keine Kraft haben. Bestatter sind aber auch Seelentröster. Sie hören zu, nehmen in den Arm, weinen und lachen gemeinsam mit den Hinterbliebenen – und das auch noch lange nach der Trauerfeier, eben so lange, wie es die Angehörigen brauchen.

Der Kulturveränderer

Asche verstreuen auf dem Jakobsweg, Urnen aus Papier, bemalte Särge, Trauerfeiern in einer Bar – mit einer Verjüngung des Bestatterberufs werden völlig neue Denkweisen möglich, die ganz nah am Menschen sind. Damit können Bestattungsinstitute, die offen für Neues sind, zu einer Veränderung in der Bestattungskultur in ihrer Gemeinde beitragen. Und so wird der Bestatter immer mehr zum Eventmanager, der das letzte Ereignis genau so organisiert, wie es sich die Hinterbliebenen und die Verstorbenen vorgestellt haben.

Autor:
Jörg Zimmerling
Bildquelle:
André Walther

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